Seit 2015 wurden mit 

 

Alfred Escher, Hansheinrich Zweifel, Alfred Waldis, Hans und Rolf Bertschi, Hans-Rudolf Haldimann, Adolf Ogi, Louis und Emile Jules Danzas, Helene und Peter Galliker sen. sowie Gottlieb Duttweiler

 

bisher zwölf Mitglieder aufgenommen.

 


 

Gottlieb Duttweiler feierlich in die

Swiss Supply Chain Hall of Fame aufgenommen

 

Anlässlich der jährlich durchgeführten Benefizgala Swiss Supply Chain Hall of Fame wurde Gottlieb Duttweiler (1888-1962), Migros-Gründer, Pionier und Revolutionär des Schweizer Detailhandels am Dienstagabend, 28. Mai 2019, im Campussaal Brugg-Windisch im Beisein von 350 Gästen als zwölftes Mitglied feierlich in diese virtuelle Ehrenhalle aufgenommen.

 

Der Laudator, Karl Lüönd, Journalist, Publizist und Autor des Buches «Gottlieb Duttweiler - Eine Idee mit Zukunft» würdigte dabei Dutti’s Pioniergeist und seine Verdienste als Unternehmer, Politiker und Mensch. Durch das Ausschalten des Zwischenhandels, die Kundennähe mittels Verkaufswagen oder ein neues Selbstbedienungskonzept und durch selbst hergestellte Eigenmarken schuf er mit der Migros grosse Vorteile für die Schweizer Bevölkerung. Im Fokus hatte er schon damals das „Supply Chain- und Lean Management“ zugunsten eines optimalen Preis-Leistungsverhältnisses. Die Ehrenurkunde für «Dutti» nahm stellvertretend Andreas Münch, Mitglied der Generaldirektion MGB und Leiter Departement Logistik & Informatik entgegen. Münch spannte in seinem interessanten Referat einen historischen Bogen zur dynamischen Logistikentwicklung der Migros von „Gestern - heute – morgen“.

 

Die Veranstalterin «Stiftung Logistik Schweiz» wird den diesjährigen Galagewinn zu Gunsten der Initiative «Logistik im Verkehrshaus» einsetzen. Ab Ostern 2020 werden im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern die Themen «Logistik, Warenverkehr und Supply Chain» mit einer neuen Themeninsel, Attraktionen und Events - unterstützt von zahlreichen Verbänden und Partnern - erlebbar und vielseitig präsentiert.

  

 

Gottlieb Duttweiler hat als Migros-Gründer die Versorgungskette im Schweizer Detailhandel wie kein Zweiter nachhaltig verändert und revolutioniert. Durch das Ausschalten des Zwischenhandels, die Kundennähe mittels Verkaufswagen oder ein neues Selbstbedienungs-konzept und durch selbst hergestellte Eigenmarken schuf er mit der Migros grosse Vorteile für die Schweizer Bevölkerung. Im Fokus hatte er schon damals das „Lean Management“ zugunsten eines optimalen Preis-Leistungsverhältnisses. Die Migros ist noch immer ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen und hat sich den Werten ihres Gründers verpflichtet. 

 

Rückblende ins Jahr 1925: Noch wirkt der Kriegsschock nach. Die schwankende Konjunktur macht den Leuten Angst um Arbeit und Lohn. Nein, das ist nicht die Zeit für grosse und neue Ideen. Oder doch? Da ist dieser Gottlieb Duttweiler, 37 Jahre alt, soeben zurück aus Brasilien und stellenlos. Ihm schwebt eine Verkaufsorganisation ohne Zwischenhandel vor: Eine direkte «Brücke vom Produzenten» zum Konsumenten. Die «Brücke» wurde dabei zum Symbol und Markenzeichen der Migros. Mit einem Startkapital von 100'000 Franken kaufte Duttweiler fünf Ford-T-Lastwagen und bestückte diese mit sechs Basisartikeln, die er massiv günstiger als die Konkurrenz anbot. Die Idee der Verkaufswagen hatte er aus Amerika. Am 25. August 1925 um 6 Uhr früh starteten die fünf Verkaufswagen in der Stadt Zürich. Es gab Reis, Zucker, Teigwaren, Kokosfett, Kaffee und Seife. Die Ware war durchschnittlich 30 Prozent billiger als im Quartier- oder Dorfladen - eben «mi-gros». Damals ahnte niemand, dass mit diesen rollenden Verkaufswagen eine Fahrt von zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Schweiz begann.

 

Die Anfeindungen kamen von den leistungsschwachen, aber politisch gut vernetzten Konkurrenten. Duttweiler musste kämpfen, vor allem um die Versorgung seiner rasch wachsenden Handelskette, die bald auch stationäre Läden führte. Der Boykott der Markenartikel-Industrie zwang ihn, erste Industriebetriebe zu übernehmen. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse war, dass er Güter des täglichen Bedarfs durch Ausschaltung des Zwischenhandels direkt zu den Verbrauchern brachte. Da viele Produzenten das Unternehmen boykottierten, wurde ein Teil der Waren selbst hergestellt. Wann immer er Zeit hatte, mischte sich Duttweiler unter seine Migros-Kunden und beobachtete deren Verhalten. Nicht zuletzt dank dieser Bodenhaftung hat er auch später keinen wichtigen Trend im Detailhandel verpasst. Ab 1948 führte der Migros-Gründer als Erster die Selbstbedienung ein. 

 

Heute ist die Migros die grösste Detailhändlerin der Schweiz, zählt zu den 500 umsatzstärksten Unternehmen weltweit und sichert sich den Titel der nachhaltigsten Detailhändlerin der Welt, wie ein renommiertes Rating zeigt. Der Einsatz für Natur und Gesellschaft ist denn auch durch Gottlieb Duttweiler in der DNA der Migros verankert: Im Bereich Logistik etwa setzt die Migros auf klimafreundliche Warentransporte und ist heute die Nummer eins im Schienengüterverkehr in der Schweiz. Die Detailhändlerin hat sich zudem zum Ziel gesetzt, 20 Prozent weniger Treibhausgase zwischen 2010 und 2020 auszustossen. Die Einsparung des Treibstoffverbrauchs trägt massgeblich zur Erreichung dieses Ziels bei. Im Weiteren setzt die Migros beim Warentransport auf robuste Mehrwegbehälter anstatt auf Einwegkartons. Damit spart sie jedes Jahr über 90'000 Tonnen Karton ein.